Weras Vermächtnis: Die Weraheime

Das Weraheim - eine „Zufluchtsstätte für heimatlose und gefährdete Mädchen" feierte 2009 ihr 100 jähriges Bestehen. Gegründet wurde das Weraheim 1909 von der Großfürstin Wera, die für ihr soziales Engagement, vor allem bei der ärmeren Bevölkerung, bekannt war.
Entsetzt darüber, dass „eine überforderte Mutter ihr Kind in den Bahnhofsabort geworfen hatte", entschloss sich die Herzogin, eine Zufluchtsstätte für junge Mütter ins Leben zu rufen. Aus welcher gesellschaftlichen Schicht und Verhältnissen diese Frauen stammten, war Wera egal, ihr ging es darum, Frauen in Not eine Zufluchtsstätte zu bieten und so weitere Untaten wie die oben beschriebene zu verhindern.
Zur damaligen Zeit war dies ein recht ungewöhnliches Vorhaben, das sowohl von kirchlicher als auch von staatlicher Seite keinen Rückhalt erhalten sollte. Denn zu jener Zeit war es üblich, überforderten Müttern ihre Kinder wegzunehmen und diese in Kinderheimen von Ordenschwestern und anderen Aufsichtspersonen aufziehen zu lassen. Die Mütter selbst kamen oftmals in Beschäftigungsanstalten, wo sie ein geregeltes Leben mit Arbeit lernen sollten. Wera – selbst ein von ihren Eltern verstoßenes Kind – war entsetzt!
Trotz großer Widerstände ließ sie sich von ihrem Vorhaben, eine Zufluchtstätte für ledige Mütter zu schaffen, nicht abbringen. So wurde in Hebsack ein altes Haus gekauft und am 01.10.1909 eröffnet.
Herzogin Wera revolutionierte damit die württembergische Sozialfürsorge, indem sie völlig neue Wege ging. Diese Wege sind noch heute gangbar und aktuler als je zvor: Nach wie vor werden die Weraheime im Sinne der Großherzogin weitergeführt. Sie sind eine Anlaufstelle für Schwangere und jungen Müttern - viele minderjährig - mittlerweile auch für Väter und Kinder, die Hilfe bei persönlichen und familiären Problemen benötigen. Sie erhalten eine intensive Unterstützung und Betreuung von Sozialarbeitern und qualifizierten Mitarbeiterinnen des Weraheims, die oft sehr schwierigen Lebenssituationen zu meistern.
Auch können verzweifelte Mütter, die ihre Babies heimlich zur Welt gebracht haben, ihr Baby in die Babyklappe legen. Das Kind wird medizinisch versorgt und die Mutter kann sich anonym über das Weraheim bezüglich weiterer Hilfsangebote informieren.

Weitere Informationen unter www.weraheim.de

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